Die Beziehungen der EU zu Afrika müssen Gerechtigkeit und Inklusion für die afrikanischen Völker bedeuten.
Luanda, 25. November 2025
Zivilgesellschaftliche Organisationen aus ganz Afrika und Europa haben eine gemeinsame Erklärung Als Reaktion auf die offizielle Gipfelerklärung der AU und der EU werden die Staats- und Regierungschefs dringend aufgefordert, strukturelle Ungleichheiten anzugehen und den Menschen – und nicht Konzernen oder geopolitischen Interessen – in den Mittelpunkt der Partnerschaft zu stellen.
Die Reaktion folgt auf den Parallelgipfel der AU und der EU zur Zivilgesellschaft am 19. November, bei dem Bewegungen, NGOs, Kirchen, Jugend- und feministische Netzwerke, Gewerkschaften, Umweltkoalitionen und Gemeindegruppen zusammenkamen, um eine gemeinsame Agenda für eine gerechte Zusammenarbeit zu entwickeln.
Vertreter der Zivilgesellschaft begrüßen den Dialog zwischen Afrika und Europa, warnen jedoch davor, dass die offizielle Erklärung Investitionen, Handelsliberalisierung und Infrastrukturausbau priorisiert und dabei Menschenrechte, demokratische Teilhabe und das Wohlergehen der Bevölkerung vernachlässigt. Sie äußern Bedenken, dass die Erklärung:
- Verstärkt extraktivistische Wirtschaftsstrukturen, die Afrika von Rohstoffexporten abhängig halten;
- Benachteiligt Kleinbauern, Arbeiter und Gemeinden im Lebensmittelbereich zugunsten von Konzerninteressen;
- Fehlt es an Engagement für Agrarökologie, Ernährungssouveränität und die Beendigung der Exporte gefährlicher Pestizide nach Afrika;
- Der Fokus liegt auf Kohlenstoffmärkten statt auf Umweltgerechtigkeit und gemeinschaftlich getragener Klimaresilienz;
- Betrachtet Migration aus einer sicherheitspolitischen Perspektive, anstatt die Rechte und die Würde der Migranten zu schützen;
- Bietet der Zivilgesellschaft symbolische, nicht substanzielle Rollen an.
Die gemeinsame Erklärung der Zivilgesellschaft stellt eine menschenzentrierte Vision für die Zusammenarbeit zwischen der AU und der EU vor und fordert den Schutz des zivilgesellschaftlichen Raums, eine stärkere dezentrale Regierungsführung, fairen regionalen Handel, eine transparente Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, die sinnvolle Einbeziehung von Frauen und Jugendlichen sowie die Unterstützung der Agrarökologie und von Landwirten betriebener Saatgutsysteme.
Darin werden auch Pläne für eine koordinierte afrikanisch-europäische Interessenvertretung im Jahr 2026 in den Bereichen Landrechte, Saatguthoheit, Biodiversität und Pestizidgerechtigkeit skizziert.
Lesen Sie den vollständigen Hier eine Erklärung der Zivilgesellschaft
Zusätzliche Ressourcen:
Für eine Partnerschaft, die den Menschen in Afrika Gerechtigkeit bringt. Gemeinsame Erklärung der Zivilgesellschaft im Hinblick auf den 7. Gipfel der Afrikanischen Union und der Europäischen Union (AU-EU), 10. November 2005 (FR - PT)
SECAM-Pressemitteilung zum 7. AU-EU-Gipfeltreffen in Luanda/Angola, 20. November 2025 (FR - PT)
AU–EU-Gipfel in Luanda: Klima- und Energieagenda muss im Zentrum der Verhandlungen stehenPressemitteilung von Germanwatch und Misereor vom 24. November
Giustizia ed Equità per univero partenariato EU-AFFocsiv-Veröffentlichung, 26. November
Paralleler Völkergipfel in Luanda: Dekoloniale Partnerschaften jetzt!, Blogartikel von Selina Wiredu, Misereor, 10. Dezember
CIDSE-Kontakt: Manny Yap, Food and Land Officer (yap(at)cidse.org)
Titelbild: Teilnehmer des Parallelgipfels der Zivilgesellschaft von AU und EU, Luanda, November 2025. Bildnachweis: CIDSE

