Saatgut schützen, Menschen schützen – CIDSE

Schützt Saatgut, schützt Menschen

Gemeinsamer Aufruf für ein gerechtes EU-Saatgutgesetz



Glaubensbasierte Organisationen und Entwicklungsorganisationen fordern, dass die EU-Saatgutgesetzgebung die Biodiversität unterstützt, die Rechte der Landwirte an Saatgut wahrt und das Recht auf Nahrung in der EU und darüber hinaus stärkt.

Brüssel, 12 März 2026 Diese Organisationen, darunter ACT Alliance EU, Broederlijk Delen, Brot für die Welt, Caritas Europa, Caritas Africa, Caritas Mona, Catholic Commission for Justice and Peace Harare, Latin American and Caribbean Episcopal Council, CIDSE (Coopération internationale pour le développement et la solidarité), European Christian Environmental Network, Swiss Church Aid, Symposium of Episcopal Conferences of Africa and Madagascar, World Council of Churches, haben ihre ernste Besorgnis über die laufenden Trilog-Verhandlungen zur EU-Verordnung über pflanzliches Vermehrungsmaterial (PRM) zum Ausdruck gebracht.

Kurz und gemeinsamer Brief In einem an Berichterstatter Herbert Dorfmann, EU-Kommissar für Gesundheit und Tierschutz Olivér Várhelyi und die EU-Agrarminister gerichteten Schreiben betont die Koalition, dass die EU-Saatgutgesetzgebung weitreichende Folgen nicht nur für Europa, sondern auch für Landwirte und Ernährungssysteme weltweit hat. Unter Bezugnahme auf ihre Arbeit mit Partnern im Globalen Süden heben die Organisationen hervor, dass die Verordnung die Menschenrechte von Landwirten, die Biodiversität und die globale Ernährungssicherheit gefährden könnte, wenn nicht mehr Flexibilität für die Vielfalt der Landwirtschaft und der Saatgutsysteme geschaffen wird.

Die Unterzeichner betonen, dass das Recht der Landwirte auf Saatgut ein grundlegender Bestandteil des Menschenrechts auf Nahrung ist, wie es in internationalen Rahmenwerken wie dem Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPWSKR), dem Internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGRFA) und der UN-Erklärung über die Rechte von Kleinbauern und anderen in ländlichen Gebieten lebenden Menschen (UNDROP) anerkannt wird. Sie fordern daher die EU-Politik auf, sicherzustellen, dass Landwirte pflanzengenetisches Vermehrungsmaterial frei austauschen können, auch gegen finanzielle Entschädigung und ohne regionale Beschränkungen. Solche Austausche seien unerlässlich, um lokal angepasste Sorten zu erhalten, agrarökologische Anbausysteme zu stärken und eine widerstandsfähige, klimaresistente Nahrungsmittelproduktion zu fördern.

Darüber hinaus fordert die Koalition die EU nachdrücklich auf, Maßnahmen zum Schutz der Agrobiodiversität und zur Diversifizierung der Saatgutmärkte zu verstärken. Zu ihren Empfehlungen gehören die Ausnahme der dynamischen Erhaltung der Agrobiodiversität vom Anwendungsbereich der Verordnung, die Zulassung traditioneller und neu entwickelter lokaler Sorten als Erhaltungssorten sowie die Sicherstellung, dass kleine Saatgutinitiativen nicht durch übermäßige administrative Auflagen benachteiligt werden. Die Organisationen fordern außerdem mehr Transparenz bei Züchtungstechniken und Rechten an geistigem Eigentum sowie partizipative Governance-Strukturen, die traditionelles Wissen schützen und die widerrechtliche Aneignung pflanzengenetischer Ressourcen von Landwirten verhindern. Zusammengenommen, so argumentieren sie, würden diese Maßnahmen es ermöglichen, dass die EU-Saatgutgesetzgebung die Biodiversität fördert, die Rechte der Landwirte an Saatgut wahrt und das Recht auf Nahrung weltweit stärkt.



Pressekontakt:
José Emmanuel Yap, CIDSE, Referent für Lebensmittel- und Landpolitik, (yap(at)cidse.org)
Emile Arinaga, Broederlijk Delen, Policy Officer Food Systems, (emile.arinaga(at)broederlijkdelen.be)
Stig Tanzmann, Brot für die Welt, Politikberater, (stig.tanzmann(at)brot-fuer-die-welt.de)

TitelbildSortenversuch in Bangladesch durch die Landwirtschaftsgemeinschaft. Bildnachweis: Jose Emmanuel Yap, CIDSE.

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